Geschichte der Schlosshüüler

Es war einmal vor langer Zeit…

Ein verzweifelter Fasnächtler, wir nennen ihn mal Pitsch, hatte anno dazumal im Jahre 1990 das Reissen nach einer Guggenmusik. Überall im Lande, Aare auf und Aare ab, gab es schon jegliche Vereine die dem Trieb der Fasnacht nachgingen. Doch Pitsch wollte eine Gugge in Lostorf und warf das Thema am Stammtisch mal in die Runde. Das Projekt fand sofort viele Begeisterte und man machte sich an die ersten Aufgaben, stets dem Motto getreu: „Aller Anfang ist schwer“

Bereits im Herbst fand mit 15 Mitgliedern die Gründungsversammlung im Restaurant Wartenfels statt. Der Vorstand wurde gewählt und eine erste Version der Statuten lag zur Vernehmlassung bereit. Die Wahl des Vereinnamens war ein langer Diskussionspunkt. Man wollte irgendwie den Bezug zu Lostorf herstellen, doch der Name „Wartenfels“ schien nicht zu passen, also einigte man sich auf „Schloss“. Doch was ist ein Schloss, in welchem es nicht spukt und von nachtaktiven Geistern besetzt ist, welche mit ihrem Treiben und Heulen auf sich aufmerksam machen? Das wars! Anstelle von „Schränzer“ wie sich viele Guggen nennen, einigte man sich auf Hüüler.
Die SCHLOSSHÜÜLER waren geboren…!

Mit vollem Elan und grenzenlosem Einsatz machten sich alle Mitglieder an die Arbeit, den Namen „Schlosshüüler Lostorf“ in die Welt zu tragen. Die ersten Lieder wurden einstudiert und man machte sich auf die Suche nach einem Kostüm, welches man einer Gugge abkaufte. Doch niemand wartete auf eine neue Guggenmusik und so war es ziemlich schwer, erste Auftritte zu organisieren.

Bereits 1992 traten die Schlosshüüler der IGOG bei, welche ihr die Tür zur Oltner Fasnacht weit aufschlug und es konnten diverse Auftritte gebucht werden.

Die Schlosshüüler entwickelten sich immer weiter bis zum ersten Höhepunkt im Jahre 1995, als der Verein bereits 32 Mitglieder zählte und musikalisch schon einiges drauf hatte. Das schnelle Wachstum schadete dem Verein jedoch sehr und es gab unzählige Meinungsverschiedenheiten. So kam es, dass sich der Verein aufteilte und fortan zwei Guggen die Oltner Fasnacht beglückten. Viele langjährige Freundschaften gingen in die Brüche, dunkle Wolken zogen auf und ein rabenschwarzes Kapitel in der noch jungen Vereinsgeschichte nahm ihren Lauf.

Schwierige Zeiten, vor allem im musikalischen Bereich, kamen auf die Schlosshüüler zu. Man begann noch einmal fast von vorne und alle Mitglieder entpuppten sich als wackere Kämpfer.
Trotz allem, oder gerade deswegen, wurde der berühmte Schlosshüüler-Geist geboren, welcher sich noch heute als absolute Stärke des Vereins erweist. Auf Kameradschaft und Teamgeist wird sehr viel Wert gelegt, was dem Verein immer wieder neue Perspektiven und Potential aufzeigte.

Nach diesem Neuanfang zogen so die Jahre vorbei, in welchen man sich immer aktiv an der Fasnacht beteiligte und stets wieder neue Mitglieder dem Verein beitraten.

Der nächste gravierende Schritt in der Geschichte der Schlosshüüler war im Jahre 2003, als viele Mitglieder sich entschieden, in den Ruhestand der Fasnacht zu gehen. Gründungsmitglieder, Vorstandsmitglieder und diverse Aktivmitglieder verliessen den Verein um in Zukunft die Zeit rund um die Fasnacht etwas ruhiger anzugehen. Die Gedanken schweiften ins Jahr 1995 zurück, als man mit wenig Mitgliedern und einem enormen Aufwand den Verein wieder auf Vordermann brachte, doch irgendwie fand sich kein Zugpferd für die nächste Wiedergeburt. So stand der Verein kurz vor der Auflösung, der Geist der Schlosshüüler war verblasst und die Fasnacht 2003 wurde quasi zur Abschiedstournee.

Die wilden Fasnachtstage starteten und so langsam kam auch der Geist der Schlosshüüler wieder hervor. Die übrig gebliebenen Mitglieder rappelten sich auf und starteten die Aktion „Rettet die Schlosshüüler“. Es waren die Jungen, die aktiv in ihren Kollegenkreisen die Werbetrommel rührten, ein neuer Präsident war gefunden und man startete noch einmal voll durch.

Die Schlosshüüler waren gerettet und man verzeichnete riesige Erfolge: Die Mitgliederzahl war so hoch wie nie, doch das musikalische Niveau sah einem Sturzflug entgegen. Viele der neuen, jungen Mitglieder hatte zuvor noch nie ein Instrument gespielt oder konnte kaum Noten lesen. Mit gewaltigem Ehrgeiz und Probenaufwand wurden die Neurekrutierten auf einen musikalischen Standard gebracht, welcher schon an der darauf folgenden Fasnacht seine Früchte trug.

Der Geist der Schlosshüüler schoss in beachtlichem Tempo in die Höhe und man war ein verrückter Haufen wie nie zuvor. Vor allem die Jungen haben das Zepter an sich gerissen und mit vielen neuen, verrückten Ideen den Verein derart aufgepeppt, dass er in der Region schon fast einen Kultstatus erreicht hat. Musikalisch mittlerweile auf sehr hohem Niveau, wird seither geblasen bis die Lippen bluten und geschlagen bis sich die Arme verkrampfen, so dass die Oltner Innenstadt nur so bebt…!

An der 16. Generalversammlung im 2006 wurde deshalb der Verein restrukturiert und es traten einige junge Mitglieder dem Vorstand der Schlosshüüler bei. Stets das Ziel vor Augen den Verein noch viel weiter zu führen und an die Spitze der regionalen Guggen zu gelangen, wird mit viel Innovation und grenzenlosem Engagement gearbeitet...

Rock On…!